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Thursday, 1 January 2015

Winterimpressionen

In den Cairngorms liegt im Winter gewöhnlich immer Schnee. Aber sobald man in die Region an der Küste kommt, die meist nicht mehr als 300m über den Meeresspiegel hinauskommt, ist Schnee eher selten, selbst, wenn es kalt wird. Die hohe Luftfeuchtigkeit sorgt jedoch für einen Winterzauber der etwas anderen Art, wenn Polarluft für mehrere Tage die Temperaturen bestimmt.



Dicker Rauhreif lagert sich überall da ab, wo der Untergrund kalt genug ist und verzaubert die Landschaft.




Das ansonsten durch den Golfstrom bedingte, milde Klima erlaubt im Winter eine eigentümliche Mischung aus grünem Gras mit der, von der Polarluft gefrohrenen, Feuchtigkeit.



Auf Strassen an geschützten Stellen kann sich der Rauhreif schon mal so dick ansammeln, dass er sich von Schneematsch nicht mehr unterscheiden lässt.

Monday, 29 December 2014

Hogmanay


ist das schottische Silvester. 

 
Vor noch gar nicht so langer Zeit, in den fünfzigern und sechzigern des vorigen Jahrhunderts war Hogmanay wichtiger als Weihnachten. So wie die Katholiken Weihnachten feiern war es den Presbyterianer zu päpstlich an. Auch bekamen die Kinder ihre Geschenke an Hogmanay anstatt an Weihnachten. Für lange Zeit war Weihnachten nicht nicht mehr als was Nikolaus und Sankt Martin heutzutage in Deutschland ist und bis in die siebziger des vorigen Jahrhunderts wurde am 1. und 2. Weihnachtsfeiertag gearbeitet, wenn diese auf einen Werktag fielen. Erst durch Einfluss der Gewerkschaften wurden diese auch in Schottland offizielle Feiertage. Der Stellenwert von Hogmanay ist auch daran erkennbar, dass Hogmanay schon immer zwei Feiertage folgten und für viele Schotten ist Hogmanay immer noch das wichtigere Fest. Die Bedeutung von Weihnachten änderte sich mit der zunehmenden Amerikanisierung und die schottischen Kinder bekommen nun ihre Geschenke auch an Weihnachten. 

Die Besonderheit von Hogmanay liegt nicht zuletzt in seinen Wurzeln, die auf uralte, nicht christliche Festen, wie die Wintersonnenwende und Samhein, zurück zu führen sind. In größeren Orten und Städten finden Konzerte statt und das Ganze gleicht einer großen Straßenparty. Die wohl bekanntesten Feiern finden in Edinburgh in Princes Street Gardens statt. Diese Party ist so beliebt geworden, dass Eintrittskarten für die Feierlichten in Edinburgh verkauft werden. 

Aber auch Aberdeen und Elgin bieten Sehenswertes. Eine ganz besondere Tradition hat sich in Stonehaven entwickelt, wo Feuerball schwingende Schotten eine Parade halten.





In kleineren Orten, da wo jeder jeden kennt, feiern die Leute privat aber nicht unbedingt weniger. Die Tradition des first footing (die erste Person, die den Fuß über die Türschwelle setzt) beinhaltet, dass man Freunde und Bekannte besucht und ihnen Brot, Salz, Kohle als Geschenk bringt, damit ihnen das neue Jahr Glück bringt. Dabei kommen sie zur Vordertür hinein und verlassen das Haus zu Hintertür, so verlässt das Pech auch gleichzeitig das Haus.



Wer es dieses Jahr nicht mehr nach Stonehaven oder zu einem der anderen Hogmanay Feierlichkeiten kommt, kann sich bei BBC Scotland den  Feierlichkeiten anschließen und anschließend das Neujahr in Deutschland begrüßen, das dort ja eine Stunde später beginnt.




Tuesday, 21 October 2014

Halloween


Dudendance sorgen für magische Eindrücke in Huntly

Auch wenn die Amerikanisierung vielerorts die alten schottischen Halloween Traditionen verdrängt hat, so spiegeln sie sich oft noch in den Einstellungen der Menschen hier wieder. Diejenige, die das Trick-or-Treat ablehnen spalten sich in zwei Gruppen. Viele christlich, religiöse Menschen lehnen Halloween als heidnisches Spektakel ab und aus diesem Grund werden auch in Schulen keine Halloween Partys für die Kinder gegeben. Die andere Gruppe besteht aus Leuten, die einfach die alte schottische Tradition schöner finden.

Früher haben sich die Kinder zu Halloween auch verkleidet, aber es gab keine ausgehöhlten Kürbisse, sondern ausgehöhlte Rübenlaternen, die die Kinder mit zum Guising nahmen. Sie gingen von Haus zu Haus, aber anstatt, "Trick or treat!" (Streich oder Süßigkeit) zu brüllen sagten sie Gedichte auf oder sangen ein Lied. Dafür gab es dann halt eine Belohnung. Oft erfragten die Kinder bei der Gelegenheit auch "A penny for the Guy" (Ein Penny für Guy). Um den 5.November findet die Guy Fawkes Night statt, in welcher früher eine Strohpuppe verbrannt wurde als Warnung für all jene, die auch mit dem Gedanken spielen das Parlamentsgebäude in London in die Luft zu sprengen. Damals waren Bonfire (Feuer) ein rein privates Vergnügungen und welche Kinder machen nicht gerne ein schönes Feuer in der Nacht. Und so sammelten sie schon mal an Halloween brennbare Materialien.

Heutzutage werden zumindest im Nordosten keine Strohpuppen mehr verbrannt und die Organisation des Bonfire, dass um den 5. November abgehalten wird, ist in fester Hand der Rotary Clubs. Dementsprechend groß sind die Feuer und werden von einem Feuerwerkspektakel begleitet.

Obwohl viele die alten Traditionen nicht vergessen haben, scheinen diese Traditionen im modernen Schottland nicht mehr so recht einen Platz zu haben. 




Um so erfreulicher ist es da, dass in den letzten Jahren in Huntly eine neue Tradition Fuß gefasst hat. Halloween in Huntly ist ein Spektakel für Groß und Klein und wird von Huntlys Bürgern in Zusammenarbeit mit Deveron Arts organisiert.


An drei Tagen finden ein Reihe von Veranstaltungen statt, die sich Performance Art und allem widmet, was Halloween so mit sich bringt und was die Leute in Huntly um diese Zeit so machen wollen. Herzstück sind die Veranstaltungen am Samstag.



Vor der beeindruckenden Kulisse von Huntly Castle führen Künstler und Tänzer unwirkliches, geheimnisvolles und gespenstisches auf. Danach führt die örtliche Pipe Band mit Masken verkleidet die Halloween Besucher zurück zum Square und zur Stewarts Hall, wo der Rest des Abends dann mit einem Ceilidh gefeiert wird.


Das volle Programm ist hier zu finden:

http://www.deveron-arts.com/events/halloween-huntly-2014/

Monday, 8 September 2014

Grünzeug, Vegetation und Gärten

Gärtnern wird in Schottland groß geschrieben. Dabei gibt es Herausforderungen aber auch Vorteile, die es in Deutschland so nicht gibt. Manche Pflanzen lieben ganz einfach das hiesige Klima und die schottischen Wachstumsbedingungen. So zum Beispiel wächst Rhododendron hier ausgezeichnet, ganz ähnlich wie die Goarse und oft wächst er viel zu üppig.

Rhododendron
Rhododendron

Nicht selten verwildern die Rhododendren und verdrängen dann einheimische Pflanzen im Unterholz der Wälder.

  
Nichtsdestoweniger beeindrucken sie mit ihrer Größe und Schönheit.



Was hier wächst und wie groß es wird, hängt nicht nur sehr vom Wetter ab, sondern auch von den Fähigkeiten der Gärtner(innen). Die Damen von Glenview Farm z.B. wickeln ihre Pflanzen abends oft einzeln ein und morgens wieder aus, wenn im Frühjahr später Nachtfrost droht. Die Arbeit lohnt sich, das Gemüse, dass man bei ihnen kaufen kann, schmeckt nicht nur viel besser als das vom Supermarkt, es wird auch oft recht groß, wie dieser Blumenkohl bezeugt:


Auch die industriellen Landwirte hängen vom Wetter ab. Ein kalter, nasser Sommer lässt das Getreide nicht reifen und nicht selten sieht man im Oktober noch grünliche Felder und die Ernte beginnt sehr selten bevor September. 

Ein früh gereiftes Feld in einem warmen Sommer
Es dauert gewöhnlich bis in den frühen Winter bevor Nachtfröste das Wachstum der Pflanzen vollständig zum Stillstand bringen. Die Himbeeren im folgenden Bild sind im Oktober aufgenommen, zu einer Zeit wo die Tage selbst bei Sonnenschein schon so dunkel sind, dass die Kamera Blitzlicht benötigt:

Himbeeren im Oktober

Diese Verfügbarkeit von essbarer Vegetation hat Deveron Arts in Huntly zur Anlage eines essbaren Wanderweges inspiriert: A Bite On The Site gibt Wanderfreunden einen Hinweis darauf, wo in Huntly sie beim Spaziergang etwas zu essen pflücken können. 

Der Golfstrom, der den Frost verhindert, sorgt auch dafür, das die Tagestemperaturen sich kaum von den Nachttemperaturen unterscheiden. Es sind aber gerade die Unterschiede zwischen sehr kalten Nächten und noch relativ warmen Tagen, die den Bäumen im Herbst den bevorstehenden Winter verkünden. Ohne diese Temperaturunterschiede verfärben sich die Blätter der Bäume im Herbst kaum und nur sehr selten sieht man gelbe Bäume und fast nie rote. Die vorherrschende Blattfarbe im Herbst ist ein bräunliches olivgrün. 

Für Gartenliebhaber bietet Aberdeenshire und Umgebung eine große Auswahl an traditionellen aber auch an modernen, an ökologischen Bedürfnissen ausgerichteten Gärten. Viele Castles haben traditionelle "Walled Gardens", und unter den walled gardens ist der elisabethanische Garten Pitmedden Garden eine besonders seltene, historische Perle.

Als Beispiele ökologisch ausgerichteter Gärten wäre der Forres Community Garden zu nennen, das Pitcaple Environmental Project und der Boyndie Trust.

Und zu guter Letzt sollte noch Scotland's Open Garden Day erwähnt werden, an dem nicht nur öffentliche Gärten, sondern auch private ihre Gartentore für Besucher öffnen. Der Eintritt geht an diesen Tagen an eine karitative Einrichtung.