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Sunday, 6 September 2015

Turriff

... wird von den Einheimischen Turra genannt und ist die Heimat des Bauern und seiner Kuh (schottisch: coo), der sich gegen ungerecht empfundene Abgaben widersetzte. Besser als ich kennt sich da aber Hanna Pennig aus, die dort heimische geworden ist, wie mir unmissverstänlich von einer älteren Dame aus Turriff erklärt worden war, die jeden möglichen Zweifel von vorne herein ausschließen wollte. Hanna hat sch freundlicherweise bereit erklärt, etwas über Turriff zu schreiben:



Zwischen Aberdeen und Banff im Nordosten Schottlands findet man das kleine Städtchen Turriff. Mancheinem mag es unscheinbar erscheinen, dennoch ist es voller Leben. Zwischen den hübschen roten Sandsteinhäusern herrscht wochentags emsiges Treiben um die Turra Coo herum. 


Das kleine Museum lädt auf eine Exkursion in die Vergangenheit ein. Jeden dritten Samstag im Monat gastiert der Farmers Market in Turriff. Am ersten Montag im Mai, findet das jährliche Mayday Festival statt. Die Straßen sind voll mit bunten Buden und natürlich marschiert die Pipeband (Dudelsackgruppe) auf. 
 

Der Höhepunkt jedoch ist die Turriff Show Anfang August. Unten in den Haughs treffen sich Bauern und Geschäftsleute, Händler und Würstchenverkäufer. Zum 150. Jubiläum kam sogar die Queen vorbei. Als eine der besten Landwirtschaftsmessen in Großbritannien kann sich die Turriff Show sehen lassen. Nicht nur Hochleistungskühe und Monstertraktoren werden hier zur Schau gestellt, es gibt Spaß für die ganze Familie. Trabrennen, Pommes mit Ketchup, Losbuden oder gar ein Ritterturnier. An beiden Tagen kommen Besucher voll auf ihre Kosten.

Auch die Umgebung von Turriff kann sich sehen lassen. Ländliche Idylle wird zum Beispiel im Delgatie Castle (ca. 3km östlich) untermalt mit selbstgebackenen preisgekrönten Kuchen. Ein absoluter Muss-Genuss! Kinder können sich im Coffee & Kids (ca. 8km westlich)   austoben, während sich die Eltern bei einer herrlichen Tasse Kaffee ausruhen. 
 
Wer keine Kinder hat, kann der generalüberholten Glendronach-Distillerie einen Besuch abstatten oder einen Runde Golf spielen gehen.

Monday, 19 January 2015

Huntly Webseite auf deutsch

Wie schon in diesem Blog beschrieben, ist Huntly ein bezaubernder Ort, in dem es sich fantastisch Urlaub machen lässt. 

Wer mehr über die örtlichen Gegebenheiten in Huntly erfahren möchte, kann jetzt mehr über den Ort auf Huntly.de nachlesen, komplett auf Gordon Dress Tartan präsentiert. 

Sunday, 18 January 2015

Rhynie

ist eine kleine Ortschaft mit rund 300 Bewohnern liegt 12 Meilen südlich von Huntly. Wenn Rhynie auch auf den ersten Blick nicht besonders spannend anmutet, ist hier viel zu entdecken! 





























Die Rhynie Chert ist ein Hornstein der in Rhynie vorkommt und zu den bedeutendsten fossil-führenden Gesteinen des unteren Devon zuzuordnen ist. In diesem Gestein wurde die fossile Pflanze Rhynia gefunden. Der Ort gab ihr ihren Namen.



Rhynie's Landschaft deutet auf eine reiche Geschichte. Es gibt hier viele Piktische Funde und Hillforts. Dazu zählen unter anderem Tap o' Noth, Weedlemount und der Ord. Auf den Tap führt ein gut zu erreichender Fußweg. Oben angekommen hat man einen wunderbaren Ausblick über die Region. An klaren Tagen kann man sogar das Meer im Norden sehen. 


In Rhynie wurden piktische Symbolsteine gefunden. Einige davon kann man nahe dem Friedhof und auf dem Square besichtigen. Der Craw Stane ist ein besonders schönes Exemplar. 
 
Weitere Symbolsteine, unter anderem der Rhynie Man, sind nicht mehr an Ort und Stelle anzufinden, sondern verbringen ihr Dasein in öffentlichen Ämtern in Aberdeen. 

Eine hier ansässige Künstlergruppe, die Rhynie Woman, haben es sich zur Aufgabe gemacht mit Humor und Witz ihren Rhynie Man wieder zurück nach Rhynie zu bringen.



Eine Gruppe von Archäologen kommt Jahr um Jahr nach Rhynie und gräbt nach Piktischen Funden. Der Name Rhynie bedeutet 'Ein sehr königlicher Ort' weist darauf hin, dass Rhynie einmal ein Königreich war. Wer hätte das von so einem unscheinbaren Örtchen gedacht!

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Vielen Dank an Anna Vermehren, die diesen Beitrag verfasst hat. Sie lebt in Rhynie und ist ein Mitglied der oben beschriebenen Künstlergruppe Rhynie Woman. Diese Gruppe veranstaltet immer wieder interessante Events, die einen Besuch lohnen.

Monday, 29 December 2014

Hogmanay


ist das schottische Silvester. 

 
Vor noch gar nicht so langer Zeit, in den fünfzigern und sechzigern des vorigen Jahrhunderts war Hogmanay wichtiger als Weihnachten. So wie die Katholiken Weihnachten feiern war es den Presbyterianer zu päpstlich an. Auch bekamen die Kinder ihre Geschenke an Hogmanay anstatt an Weihnachten. Für lange Zeit war Weihnachten nicht nicht mehr als was Nikolaus und Sankt Martin heutzutage in Deutschland ist und bis in die siebziger des vorigen Jahrhunderts wurde am 1. und 2. Weihnachtsfeiertag gearbeitet, wenn diese auf einen Werktag fielen. Erst durch Einfluss der Gewerkschaften wurden diese auch in Schottland offizielle Feiertage. Der Stellenwert von Hogmanay ist auch daran erkennbar, dass Hogmanay schon immer zwei Feiertage folgten und für viele Schotten ist Hogmanay immer noch das wichtigere Fest. Die Bedeutung von Weihnachten änderte sich mit der zunehmenden Amerikanisierung und die schottischen Kinder bekommen nun ihre Geschenke auch an Weihnachten. 

Die Besonderheit von Hogmanay liegt nicht zuletzt in seinen Wurzeln, die auf uralte, nicht christliche Festen, wie die Wintersonnenwende und Samhein, zurück zu führen sind. In größeren Orten und Städten finden Konzerte statt und das Ganze gleicht einer großen Straßenparty. Die wohl bekanntesten Feiern finden in Edinburgh in Princes Street Gardens statt. Diese Party ist so beliebt geworden, dass Eintrittskarten für die Feierlichten in Edinburgh verkauft werden. 

Aber auch Aberdeen und Elgin bieten Sehenswertes. Eine ganz besondere Tradition hat sich in Stonehaven entwickelt, wo Feuerball schwingende Schotten eine Parade halten.





In kleineren Orten, da wo jeder jeden kennt, feiern die Leute privat aber nicht unbedingt weniger. Die Tradition des first footing (die erste Person, die den Fuß über die Türschwelle setzt) beinhaltet, dass man Freunde und Bekannte besucht und ihnen Brot, Salz, Kohle als Geschenk bringt, damit ihnen das neue Jahr Glück bringt. Dabei kommen sie zur Vordertür hinein und verlassen das Haus zu Hintertür, so verlässt das Pech auch gleichzeitig das Haus.



Wer es dieses Jahr nicht mehr nach Stonehaven oder zu einem der anderen Hogmanay Feierlichkeiten kommt, kann sich bei BBC Scotland den  Feierlichkeiten anschließen und anschließend das Neujahr in Deutschland begrüßen, das dort ja eine Stunde später beginnt.




Friday, 7 February 2014

Doric - die Sprache des Nordosten

Der unvorbereitete Reisende wird vermutlich einige Schwierigkeiten haben, die Leute im Nordosten zu verstehen, wenn sie nicht gerade Englisch sprechen. 

Die meisten Reiseführer erklären zwar, dass in Schottland neben Englisch und Scots auch Gaelic gesprochen wird. Dabei vergessen sie aber meistens Doric zu erwähnen, welches die Sprache ist, die in Aberdeenshire und teilweise Moray gesprochen wird. 

Es wird vermutet, dass der Ursprung von Doric in einer Pidgin-Sprache begründet liegt, die durch den Regen Handel mit Skandinavien und den Hanse Ländern entstand und bis zum ersten Weltkrieg dauerte. 

Der alte Postmeister in Portsoy, der jetzt schon lange in Rente ist, hat mir mal erzählt, dass er als junger Mann in der britischen Arme und im Norden Deutschlands stationiert war. Er sprach kein Deutsch und die Einheimischen sprachen kein Englisch. Verständigen taten sie sich aber doch, die Deutschen sprachen Plattdeutsch und er sprach Doric. Das wohl auffälligste Beispiel für die Verwandtschaft der beiden Sprachen wäre "A ken" was anstelle von "I know" (ich weiß) benutzt wird.

Vor nicht allzu langer Zeit wurde Doric in dem Pixar Movie "Brave" verewigt. Young MacGuffin spricht am Ende dieses youtube Clips in Doric. Der Schauspieler Kevin McKidd, der in Amerika lebt, stammt ursprünglich aus Fraserburgh.

Für wirklich sehr interessierte Leute gibt es Literatur in Doric und man kann auch English - Doric Wörterbücher käuflich erstehen. Hier ist eine Liste von Wörtern und Redewendungen, erstellt von der schottischen Tageszeitung The Scotsman:



• Bosie - Umarmung oder Knuddeln
• Cappie - Eiskremhörnchen
• Clype - petzen
• Dreich -bewölked, grau, regnerisches Wetter
• Fan div ye yoke? - Wann fängst Du mit der Arbeit an?
• Fan ye aff? - Wann gehst Du?
• Fit like? - Wie geht es?
• Foo mony? - Wieviele?
• Foo’s yer doos? - Wie geht es?
• Fooge - schwänzen
• Hellach - Laut oder dumm
• Loun -Junge
• Pucklie - kleine Menge
• Quine -Mädchen
• Sook -Schleimer
• Stappit - voll gegessen
• Scurry - Seemöve

Die Universität von Aberdeen hält auch noch einige Schätze in Doric bereit:

 http://www.abdn.ac.uk/elphinstone/kist/







Wednesday, 22 January 2014

25. Januar ist Burns Supper

Es ist typisch schottisch, nicht dem Todestag des Nationaldichters zu gedenken, sondern
Burns Bier
seinen Geburtstag zu feiern. Burns hätte das sehr gefallen, er war den fleischlichen Freuden des Lebens ganz und gar nicht abgeneigt. Deshalb verwundert es auch nicht, dass er eine Ode an den Haggis schrieb, welche gewöhnlich während offiziellen Burns Suppers (Abendessen) zitiert wird, meistens von jungen, verlegenen Männern in Kilts, bewaffnet mit einem langen Messer, welches sie nach dem Zitieren in den Haggis stecken dürfen. Damit gilt der Haggis offiziell als angeschnitten und wird serviert. Auch wird dies zum Anlass genommen, größere Mengen Alkohol zu konsumieren und durchaus nicht nur Whisky. Die Schotten brauen eigens Bier, um ihres Dichters zu Gedenken. Mehr zum Burns Supper gibt es in der Wikipedia zu lesen.

Obwohl nicht alle Gedichte des Robert Burns so ganz jugendfrei sind, kennen die meisten Kinder doch die Geschichte von Tam o' Shanter, eines von Burns Gedichten mit dem er seinem Unmut über Aberglaube und Hexenverfolgung in satierischer Weise Ausdruck verliehen hat. Wer zuviel Säuft, redet blödes Zeug und sieht Gespenster.


Scouts in Kilts
So feiern denn auch Gruppen wie die Pfadfinder diese Woche Burns' Nicht (Nacht), selbstverständlich in Kilts aber ohne Alkohol. 

Das in Deutschland wohl bekannteste Gedicht von Burns dürfte "Auld Lang Sayne" (Nehmt Abschied Brüder) sein. Als Lied wird das in Schottland ziemlich oft gesungen, nicht nur an Hogmanay (Sylvester), sondern auch am Ende von Ceilidhs und anderen geselligen Veranstaltungen.

Monday, 20 January 2014

Eine Gebrauchsanweisung für den Nordosten Schottlands


Die für Touristen ausgewiesenen Routen in Schottland haben eine sehr lange Tradition. Ihre Entwicklung begann zu Zeiten des Romantizismus, als das gebildete Bürgertum und die Oberschicht sich auf die Suche nach dem romantischem Ideal in die Sommerfrische begaben.



So richtig angefangen hat das mit einem Herrn James Macpherson, der 1760 ein Werk veröffentlichte, welches er als die englische Übersetzung uralter, keltischer Gedichte bezeichnete. Nach seinen Angaben fand er die Gedichte und Lieder in den Highlands, die er dem keltischen Dichter Ossian zu schrieb, die dieser in grauer Vorzeit in gälischer Sprache über die schottische Highlanders verfasst haben sollte.



Obwohl die Authentizität der Gedichte schon zu Zeiten der erstenVeröffentlichung umstritten war, beeinflussten sie (und die aus ihnen resultierenden Mythen) nicht nur britische Romantiker wie Sir Walter Scott, sondern dienten auch den deutschen Dichtern und Denkern zur Inspiration. Unter ihnen fanden sich so bekannte Namen wie Goethe, Herder und auch der Komponist Schubert.



Die Orte, die die vermeintliche Gedichte Ossians inspirierten befinden sich zumeist an der Westküste Schottlands. Es waren diese rauen, atemberaubenden Landschaften Westschottlands mit ihrem schier unerschöpflichen Vorrat an ursprünglicher Natur und Kargheit, denen nachgesagt wurde, die von Schafen umgebenen Highlander hervorgebracht zu haben, welche eher das Leben als ihre Unabhängigkeit verlören. Dies lockte die Touristen der Romantik in Scharen an. So war denn der Schottland Tourismus geboren, der sich dann zu den modernen Klischees von Nessie, Haggis, Whisky und Highland Games weiterentwickelt hat und um die Gunst zahlungsfähiger Touristen buhlt.



Wer Schottland jedoch ernsthaft kennenlernen will, entdeckt schnell, dass Schottland zwei Seiten hat, die leicht zugängliche, von romantischen Idealen geprägte Touristenidylle und die viel schwerer zugängliche Seite des modernen schottischen Alltags.



Der Nordosten Schottlands entwickelte sich weitgehend ohne den romantischen Tourismus, vor allem Aberdeenshire blieb von dieser touristischen Entwicklung mehr oder weniger unberührt. Da half es auch nicht das Lord Byrons Tante in Banff lebte und ihm ihr Haus dort vermachte oder das viele wichtige historische Ereignisse sich im Nordosten Schottlands abspielten und nicht im Westen. Die sanftere Landschaft des Nordostens hatte den Romantikern wohl nicht genug zu bieten.



Die Leute im Osten störte das jedoch wenig war es doch kein ökonomisches Problem. Unter anderem sorgten reger Handel mit den skandinavischen Ländern und der Hanse, die Fischerei und die Landwirtschaft für die notwendigen, ökonomischen Grundlagen und einen gewissen Wohlstand. Auch bot die fast unendlich lange Küste mit ihren unzähligen Buchten und den gelegentlichen Höhlen eine ideale Grundlage für eine betriebsame Schmuggelei.



Doch dann machte der erste Weltkrieg dem Handel ein Ende. Die alten Eisenbahnschienen entlang der Küste, die nun zum größten Teil in Wanderwege umgewandelt wurden, Zeugen noch von diesen florierenden Zeiten. Der Heringsfang, der in so vielen schottischen Liedern besungen wird, fand durch Überfischung sein Ende. So blieb zunächst dem Nordosten die Landwirtschaft.



Glücklicherweise für den Nordosten wurde alsbald Öl in der Nordsee gefunden. Auch heute noch hängt die Region wesentlich von dem Geschäft mit dem schwarzen Gold ab. Obwohl der Ölboom und die damit verbundenen Gewinnspannen lange nicht mehr so groß sind wie im vorigen Jahrhundert, so ist doch die Abhängigkeit vom Öl immer noch von großer Bedeutung. Im Nordosten gilt dies besonders, seit die Fischfangindustrie durch immer weiter schwindende Fischbestände ein vielfaches ihrer Größe eingebüßt hat. Einzig die Whisky Industrie verzeichnete in den letzten Jahren neben beeindruckenden Gewinnspannen auch Wachstum, aber sie bietet nur wenige Arbeitsplätze, weil der personal-intensive Bereich der Abfüllung zum größten Teil in Billiglohnländer verlagert wurde .



Konsequenter Weise hat sich auch der Nordosten Schottlands in den letzten Jahren zunehmend auf den Tourismus besonnen. Da dies alles in sehr schottischer Manier geschieht, ist diese Gegend jedoch noch weit entfernt von der Klischee geprägten Vermarktung der Westküste. Bisher konzentriert sich der Tourismus auf drei Bereiche, die Burgen (Castle Trail), die Küste (Coastal Trail) und den Whiskey (Whiskey Trail). Demzufolge gibt es noch viel authentisches Schottland zu entdecken, dass noch nicht touristisch erschlossen wurde.



Dieser Blog hat zum Ziel, neben ausgetretenen Pfaden einen Zugang zu den verborgenen Schätzen des Nordostens Schottlands zu eröffnen. Er wird kleine Geschichten vom modernen, schottischen Alltag erzählen, von den eigentümlichen Charakteren schottischer Einwohner, die diese gut hinter ihrer Freundlichkeit zu verbergen wissen, den vielen erstaunlichen Geschichten, die sich im Laufe der Zeit hier zugetragen haben und den wundersamen Geschichten, die sich hier immer noch zutragen.