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Thursday, 1 January 2015

Winterimpressionen

In den Cairngorms liegt im Winter gewöhnlich immer Schnee. Aber sobald man in die Region an der Küste kommt, die meist nicht mehr als 300m über den Meeresspiegel hinauskommt, ist Schnee eher selten, selbst, wenn es kalt wird. Die hohe Luftfeuchtigkeit sorgt jedoch für einen Winterzauber der etwas anderen Art, wenn Polarluft für mehrere Tage die Temperaturen bestimmt.



Dicker Rauhreif lagert sich überall da ab, wo der Untergrund kalt genug ist und verzaubert die Landschaft.




Das ansonsten durch den Golfstrom bedingte, milde Klima erlaubt im Winter eine eigentümliche Mischung aus grünem Gras mit der, von der Polarluft gefrohrenen, Feuchtigkeit.



Auf Strassen an geschützten Stellen kann sich der Rauhreif schon mal so dick ansammeln, dass er sich von Schneematsch nicht mehr unterscheiden lässt.

Saturday, 4 October 2014

Silbermöven (herring gulls)

sind sehr beeindruckende Vögel, sie können einen Ohren betäubenden Lärm verbreiten und so groß werden wie Gänse, was ihren Flugkünsten aber keinen Abbruch tut. Vor langer, langer Zeit lebten und brüteten sie in den Steilküsten von Schottland, ernährten sich von Fischen und hielten sich, wie die meisten anderen wilden Tiere, vom Lebensraum der Menschen fern. 

Dann änderte sich aber einiges, die Überfischung der Meere sorgte für Nahrungsmangel und die intelligenten Tiere mussten sich woanders nach Nahrung umsehen. Glücklicherweise hatten die Menschen inzwischen die Konsumgesellschaft erfunden und in Schottland entledigte man sich des Mülls, indem die schwarzen Mülltüten direkt an den Straßenrand gestellt wurden, bis die Müllabfuhr vorbeikommen und den Müll einsammeln würde. Die Möwen lernten, wo der best Take Away nachts den Müll raus stellte und von da an stellten sie ihre Ernährung auf Fish & Chips, Indian Curries und Haushaltsmüll um.Bei dem Nahrungsangebot gedeihten die Möwen prächtig und sie zogen von den Klippen in die Städte und Dörfer Schottlands um. 

Die meisten Schotten betrachten sie als unerwünschte Eindringlinge. Der Lärm ist dabei nicht das größte Problem. Oft nisten die Möwen in Wohngebieten. Sie haben einen ausgeprägten Beschützerinstinkt und wenn der Nachwuchs das Nest verlässt und in Garageneinfahrten und Vorgärten erste Flugversuche unternimmt und nach Futter sucht, dann sind immer ein oder alle beide Eltern nicht weit, um den Nachwuchs zu beschützen. Im Stiele von Alfred Hitchkocks Die Vögel werden dann Hunde, Katzen und Kinder attackiert, wenn die Möweneltern ihre Sprösslinge bedroht glauben. Die meiste Zeit beschränken sie sich darauf ihre Meinung mit bedrohlichen Sturzflügen Ausdruck zu verleihen, aber gelegentlich gehen sie auch zum Angriff über.

Besonders beliebt bei Möwen sind Supermarktparkplätze, weil es dort ein recht Abwechslungsreiches Nahrungsangebot gibt. Die Möwenkinder betteln Kunden an.




Und die Eltern stehen bereit, dem Sprössling alle notwendige Hilfestellung zu geben.


Gelegentlich beschränken sich die ausgewachsenen Tiere nicht aufs Betteln. Ich wurde mal von einer Möwe auf einem Parkplatz in die Hand gebissen. Sie hatte ihr Ziel (mein Butterbrot) verfehlt, als sie sich im Sturzflug auf den Leckerbissen stürzte.

Und hin und wieder hilft halt nur selber in den Laden gehen, so wie die Seemöwe Sam das tut, die sich in Aberdeen täglich mit einer Tüte Chips versorgte.

Sunday, 27 April 2014

Der Frühling

kommt in Schottland ungefähr 50 Tage später an als in London. Wissenschaftler bestimmen das anhand der Blütezeit der Narzissen. Vielleicht sind Narzissen auch deswegen so beliebt bei den Schotten und wenn sie in Blüte stehen, sieht man sie überall. 

Wie in anderen Teilen Europas kann auch in Schottland das Frühlingswetter unberechenbar sein, von tief verschneiten Landschaften (was gewöhnlich aber nicht lange anhält) zu Sonnentagen, die bis zu 25°C warm werden können (was auch nie lange anhält).

Gewöhnlich jedoch sind im Nordosten der März und April von kaltem Wetter unter 10°C geprägt, mit seinen charakteristischen Graupelschauern und heftigen Winden, die sich mit Sonnenschein abwechseln. Der Mai zeigt sich meistens dann milder mit Temperaturen zwischen 12°C und 16°C.

Außer den Narzissen gibt es noch andere Boten des Frühlings. Graugänse (greylag geese) kommen in den Nordosten zum Überwintern. Gegen Ende des Winters, wenn das Gras wieder zu wachsen beginnt, versammeln sie sich zu größeren Gruppen. Die charakteristischen Keilformationen der Gänse können oft beobachtet werden, wenn sie nach Plätzen zum Schlafen und Fressen Ausschau halten. Meistens hört man sie, bevor man sie sieht. Sind sie einmal am Boden, sind sie schwere auszumachen.


Wo sind die Graugänse?
Gegen Ende des Frühlings fliegen sie dann zu ihren Nistplätzen und kehren erst im Herbst zurück.

Ein weiterer Frühlingsbote ist der Stechginster (gorse), der unglaublich hartnäckig ist, und das in jeder Beziehung. Er gedeiht, wo andere Pflanzen Schwierigkeiten hätten, zu überleben. 


Harsches Wetter macht ihm gar nichts aus und so zeigt er bei den ersten, wärmeren Sonnenstrahlen auch schon ein paar Blüten. So richtig voll erblühen tut er Mitte bis Ende April. Dann ist die Luft erfüllt von einem charakteristischen, süßen Duft mit einem Hauch von Kokosnuss.

Stechginster


Um die selbe Zeit ist auch das Lammen voll im Gange. Für diejenigen, die von der Schafzucht leben, ist das eine sehr anstrengende Zeit. Die meisten Schafe, besonders solche, die schon mal gelammt haben, kommen ohne Hilfe zurecht. Aber dann sind da immer noch genug, die Hilfe brauchen. Was am meisten Probleme bereitet, ist das Wetter. Schafe kommen prima mit kaltem Wetter klar, aber nasses Wetter ist schlimm. Lämmer können sehr schnell Lungenentzündung bekommen und sterben meistens daran.


Lämmer genießen einen warmen Frühlingstag

Eine weiterer Indikator für den Frühling sind die einheimischen Osterferienurlauber. Sie sind durch ihre sommerliche Kleidung weithin kenntlich. Entscheidend für die Wahl der Bekleidung sind hier Sonnenschein und Ferien, nicht die Temperatur. 12°C ist warm genug für T-Shirts, kurze Hosen, Sandalen und Eiskrem. Man ist schließlich nicht zum Vergnügen im Urlaub.